Geschichte

von Helmut Hochfeld
In einem Abriss wird der Verein aus der Salinestadt vorgestellt: Am Südostrand der goldenen Aue gelegen hat Artern in diesem Raum Mitteldeutschlands keine unbedeutende Geschichte.In jüngster Vergangenheit wurde die Stadt eher durch die Doku – Soap des MDR als „Stadt der Träume“ bekannt. Auch in den Arbeitslosenstatistiken liegt man in Thüringen weit vorn. Logo VfB Artern
Auf die Stadtentwicklung von der ersten Erwähnung im Jahre 786 über die Neue Saline (1728) und über den Maschinenbau in der Kyffhäuserhütte sei an dieser stelle nichts gesagt.Vorgestellt seien einzelne Etappen der sportlichen Geschichte.

 

Die VereinsgründungDie ältesten Spuren weisen auf eine spontane Gruppe fußballspielender junger Männer hin („Jugendpflege“ 1912/1914).Nach dem 1. Weltkrieg beschlossen die aus dem Krieg Zurückgekehrten, künftig in der Heimat nach festen Regeln und in einem Verein organisiert Fußball zu spielen.Am 27. Juni 1919 wurde der „Verein für Bewegungsspiele“ gegründet. Die Gründungsmitglieder waren die Herren Ewald Bärwinkel, Ernst Bertram, Adolf Diebner, Karl Dübbecke, Richard Flilner, Paul Hühnerbein, Oskar Jöck, Eberhard Hoffmann, Hermann Kugel, Erih Kühne, Karl Mohr, Willi Mohr, Gustav Otte und Arthur Vollrath.Aus ihren Reihen wurde der erste Vorstand der Vereins gebildet:

  1. Vorsitzender Willi Mohr
  2. Vorsitzender Adolf Diebner
    Kassierer und Schriftführer Gustav Otte

Eine Wiese am Arterner Westbahnhof (an der Bahnlinie Artern – Berga/Kelbra) diente als erstes Fußballfeld. Der erste Gegner im ersten Wettspiel des Vereins war die 2. Mannschaft des VfB Sangerhausen. Das Spiel endete 1.1 unentschieden.

Außer Fußball betrieb man im Verein Schwimmen, Kegeln und Leichtathletik.

Am 08. Mai 1927 wurde auf einem alten Ziegeleiplatz der „Unstrutwerke“ der Sportplatz an der Unstrutstraße eingeweiht. Heute befindet sich dort ein moderner Rollrasenplatz und ein Trainingsplatz.

Das 10 jährige Vereinsjubiläum wurde in diesem feierfreudigen Verein VfB Artern festlich begangen. Der im Jahre 1920 von der Generalversammlung gewählte Vorsitzende Erich Benkner, ein Lehrer, schrieb in der Festschrift zum Jubiläum: „Wir sind uns bewusst, nach besten Kräften unseren Idealen nachgestrebt zu haben, mit dem festen Ziel: Harmonie zwischen Geist, Seele und Körper. Und so wollen wir freudigen und dankbaren Herzens den 10. Jahrestag der Gründung unseres V.f.B. feiern mit der Losung, unter der wir immer gestrebt haben und weiter streben wollen: „unser V.f.B.: Vorwärts immer – rückwärts nimmer! Hipp, hipp, hurra!“”

 

 junioren_alt_I
Dass man sich im Verein auch damals schon sorgsam um die Nachwuchsfussballer kümmerte, belegen Mannschaftsfotos mit Juniorenmannschaften aus den Jahren 1928 und 1938.

 

Im Olympiajahr 1936 wird aus dem Männerbereich über Siege gegen SG Seehausen, VfB Oldisleben, Turn- und Sportverein Roßla und Tilleda berichtet.
In den Vorkriegsjahren zum II. Weltkrieg gibt es die Bekundung des VfB Artern, NAZIS nicht zu wählen!
Die Einberufung der Männer zum Kriegsdienst bedeutet das Ende des Fußballspielbetriebes in Artern.Der schwere Neubeginn nach dem II. WeltkriegUnter dem Namen „Fortuna“ Artern spielte 1946 wieder eine Arterner Mannschaft in der Kreisklasse Sangerhausen Fußball.
Zum ersten Nachkriegsspiel reiste man nach Allstedt und verlor dort mit 1:9.
Durch die administrative territoriale Neugliederung im Jahre 1952 wurde aus Teilen der ehemaligen Kreise Eckartsberga, Sangerhausen und Sondershausen ein neuer Kreis mit Artern als Kreisstadt gebildet.
 erich scholz Übrigens gehörte der heutige Vorsitzende des Kyffhäuserkreis – Fußballausschusses Erich Scholz (79) dem ersten Kreisfachausschuss Fußball des Kreises Artern an.Erich Scholz (Bildmitte),
Vorsitzender des KVA 1952
Artern spielte in der Kreisklasse unter den zwischenzeitlichen Vereinsnamen „Akra“ und „Stahl“ und stieg im Spieljahr 1958/59 in die Bezirksklasse, Staffel West als „Motor“ Artern auf.
 kreismeister 1958 I
Kreismeister 1958 B.S.G „Motor Artern I

 

kreismeister 1958 II
Kreismeister 1958 B.S.G „Motor Artern II

 

 aufstiegsfeier
Aufstiegsfeier 1959

stadion

Spielstätte seit 1964 bis heute, das Arterner Salinstadion.

 

Dem Bezirksklassenabstieg folgte nach einem Jahr Kreisklasse der sofortige Wiederaufstieg.
Im Jahre 1984 feierte man „65 Jahre Fußball in Artern“.
Die Sektion Fußball der BSG „Motor“ Artern zählte 248 Mitglieder. Im Spielbetrieb befanden sich insgesamt 9 Mannschaften, davon 4 Männermannschaften.

 

Der Arterner Fußball nach der WendeAm 18. Dezember 1989 wurde in einer Vollversammlung der Beschluss gefasst, künftig als Verein den weiteren sportlichen Weg zu gehen und die Traditionen des VfB Artern 1919 e. V. fortzuführen.
Mit Fußball als Kernstück und den Abteilungen Volleyball und Kegeln erfolgte der Eintrag ins Vereinsregister beim Kreisgericht Artern.

 

 vorstand 1990
Leitung des VfB Artern 1919 e. V. nach der Neueintragung im Vereinsregister (02.04.1991) von links:
F. Gebstedt (Kassierer)
H. Beyer (1. Vorsitzender)
P. Grimm (Stellvertreter)
K. H. Lüttich (Stellvertreter)

 

Bis zum Spieljahr 1992/93 gehörte die I. Männermannschaft zu den Spitzenteams in der Bezirksklasse.
In Folge einer administrativen Neugliederung  und eines Volksentscheides wird der Kreis Artern dem Land Thüringen zugeschlagen, Kreisstadt wird Sondershausen, Artern bleibt Mittelzentrum.
Die Arterner Fußballer steigen in die Bezirksliga auf und erhalten sehr wesentliche spielerische Verstärkung  durch Sportler aus der Slowakei. Die Kleinstadt Topolcany ist Arterns Partnerstadt und eine sehr bekannte Sportstadt im Land (u.a. auch durch Eishockey, Tischtennis und Ringen).Im Spieljahr 1994/95 gilt eine Auf – und Abstiegsregelung, nach der die Mannschaften der Bezirksliga, die nach Abschluß des Spieljahres die Plätze 2 – 9 belegen, in die Landesklasse aufsteigen.
Der VfB Artern  erreicht dieses Ziel und spielt in der neu gebildeten Landesklasse, Staffel Ost. Aus dieser Region sind nur noch die Mannschaften aus Roßleben und Sömmerda dabei. Blau Weiß Greußen verpasst dieses Ziel nur knapp.
Das Auftaktspiel gegen Jenapharm Jena wird auswärts mit 3:1 gewonnen. Am Saisonende ist mit Platz 6 ein einstelliger Tabellenplatz erreicht. Im letzten Heimspiel gibt es durch Tore von Gieci, Brock und Sonntag einen klaren 3:0 Sieg über den VfR Lobenstein.Im Spieljahr 1996/97 – Blau Weiß Greußen ist aufgestiegen – steigt der VfB Artern in die Bezirksliga ab. Auch durch Neuzugänge (Nolze, Jaeckel, Küchling) kann die Klasse nicht gehalten werden. Die „Chemie“ zwischen Mannschaft und Trainer stimmt nicht mehr. Der Trainer Benecke tritt am 07.06.1997 zurück. Die Slowaken (außer Gieci) kehren nach Hause zurück.

 

 fans
Zuschauerkulisse beim Rückpiel VfB Artern – Jenapharm Jena (26.03.1996) auf dem Arterner Sportplatz an der Unstrutstraße

 

Spieljahr 1997/98Die Reisen zu den Auswärtsspielen sind nun wieder kürzer geworden. Mit den Mannschaften Weißensee, Sömmerda, Gebesee, Kalbsrieth, Buttstädt und Kölleda II u. a. sind „alte Bekannte“ wieder dabei.
Am Ende ist ein einstelliger Tabellenplatz erreicht. Das bleibt auch im nächsten Jahr noch so.
Spieljahr 1999/2000Abstieg aus der Bezirksliga Staffel 6Bereits nach einem Jahr Kyffhäuserliga gelingt der Wiederaufstieg. Die „Jungen Wilden“ J. Gollnow, M. Jeske, D. Krauspe, D. Zimmer, D. Hinsche erhalten von Trainer Bernd Henning das Vertrauen und wachsen neben den älteren Mannschaftskameraden M. Stockmar, A. Lesny, M. Bernhard, Th. Bornschein, L. Henning, M. Woelk, St. Brock, Tim Hochfeld und Lars Beyer zu einer Mannschaft zusammen, die unter Trainer Th . Hutt auch in der neuen Umgebung der ungeliebten Staffel 7, nun durch weitere junge Spieler aus dem eigenen Nachwuchs aufgestockt (P. Tennemann, Maik Piesche, Thomas Hecker, Hannes Wagner und M. Rauchfuß), ganz gut mitspielte.Den Umständen entsprechend gab es ein „Wimpernschlagfinale“. Am Ende wurde, nun unter Trainer Olaf Glage, das rettende Ufer erreicht. Letztendlich trug auch eine Neubesetzung in der Abteilungsleitung zum sportlichen Erfolg bei.

Die Mannschaften aus Roßleben, Kalbsrieth, und Bad Frankenhausen mussten den bitteren Weg des Abstiegs in die Kyffhäuserliga gehen.

 

 aufstieg 2001
Der Wiederaufstieg ist gelungen!
„Die Jungen Wilden“
Kreismeister 2001 nach einem 2:1 Auswärtserfolg in Badra

 

vorstand 2001
Abteilungsleitung Fussball nach der Neubesetzung 2001von links:  S. Boose
A. Werner
E.  Kramer (Abteilungsleiter)
K. H. Lüttich
W. Koenen
K. H. Vogt
I. Kullmann
Dr. St. Krauspe
Helmut Hochfeld

 

Spieljahr 2002/2003Nun nicht mehr in der Eichsfeld/Südharzstaffel, wieder in gewohnter Umgebung, wird ein hervorragender 2. Tabellenplatz am Ende der Saison erreicht. Der SV Kindelbrück steigt auf.Trainingslehrgänge in der Landessportschule Bad Blankenburg (2003, 2004, 2005) und die Rückkehr ehemaliger VfB – Talente (M. Kinast, D. Reitmann) sowie die weitere Integrierung eigener  Nachwuchsspieler (P. Kramer, M. Häusler, P. Schmidt, D. Böttger) sowie eine sehr kluge und einfühlsame Führung der Mannschaft durch ihren Trainer Olaf Glage, waren der Garant für den überlegenen Staffelsieg am Ende des Spieljahres 2004/2005.Nun winkt erneut das Abenteuer Thüringer Landesklasse. In der Oststaffel trifft man auf alte Bekannte. Sieht man von Stammtorhüter J. Reinold (seit 3 Jahren) ab, wird diese Mannschaft fast ausschließlich von „Eigengewächsen“ gebildet.Ein Lob der Nachwuchsabteilung und viel Glück!
Generationen von links:Martin Scholz (Abteilungsleiter seit 2005, damals Trainer der I.Mannschaft) Mario Woelk (damals Spieler, heute Spielertrainer der II. Mannschaft)  generationen
Mario Woelk muss im Spiel VfB Artern – Steinheid am 13.04.1996 kurz vor Ende der 1. Halbzeit verletzt vom Platz