Am Punkt vorbeigeschrammt

FC Erfurt Nord – VfB Artern 1919 2:1 (1:0)

Der letzte Auftritt der Arterner in der Erfurter Grubenstraße ist fast neun Jahre her. Am 29.11.2008 siegten die Arterner überraschend bei den favorisierten Erfurtern. Nach einem   0:2-Rückstand drehten zwei Elfmeter von Thomas Hecker und ein weiterer Treffer von David Krauspe das Spiel. Während der eine zwischenzeitlich die aktive Karriere beendet hat, stand der andere wieder auf dem Platz, ebenso wie Hannes Wagner, der damals als Aushilfstorwart den Gegner zur Verzweiflung brachte. Auch Matthias Nelde stand damals noch auf und nicht neben dem Rasen, Norman Both saß seine Gelbsperre ab. Aber auch bei den Nordlern gibt es mit Tony Gretsch, Marcel Langenhahn und Serkan Kolpar drei Akteure, die damals schon dabei waren. Matthias Nelde konnte im Vergleich zur Vorwoche wieder auf Norman Both, Lukas Hübner, Niklas Pohl und Bastian Rüdiger zurückgreifen, hatte aber nach zwei kurzfristigen Absagen nur zwei Wechsler zur Verfügung.

Lange Zeit konnten die Arterner das Spiel offen halten. Die erste Chance für die Gäste hatte Francisco Paunde, der nach einer Eingabe von Hassan Mohammadi drüber schoss (2.). Die Gäste wurden mit der Zeit sicherer, Norman Both köpfte nach Flanke von Hannes Wagner dem Keeper in die Arme (10.). Nachdem Jan Stöhr kurz vor dem Strafraum nicht richtig klären konnte und Lukas Hübner herausgelaufen kam, wollte ihn Francisco Paunde überlupfen, setzte den Ball aber über das Tor (14.). Der VfB fand immer besser ins Spiel und schaffte es, die Gastgeber vom Tor fernzuhalten, erarbeitete sich aber auch Möglichkeiten. Doch vorm Tor fehlte oftmals die Kaltschnäuzigkeit oder auch das letzte Quäntchen Glück. So etwa bei dem starken Abschluss von Niklas Hennig nach Vorarbeit von Niklas Pohl, als der Ball nur knapp am langen Pfosten vorbeirollte (26.). Andererseits machte den Arterner Angreifern ein gut mitspielender Erfurter Keeper Ionut Claudiu Geoacas, der oft weit vor dem Tor schon die Bälle unter Kontrolle brachte, das Leben schwer. Mitten in der Arterner Drangphase fiel dann die Erfurter Führung. Der FC konterte im eigenen Stadion, Niklas Kliem hebelte mit einem langen Pass die Arterner Abwehr aus, Steffen Knabe spielte Lukas Hübner aus und schloss ab, der hinterher geeilte Bastian Rüdiger konnte den Treffer nicht mehr verhindern (37.). Unmittelbar vor der Pause hatten die Arterner noch die Chance zum Ausgleich, als der Ball über David Krauspe und Bastian Rüdiger zu Jan Stöhr kam, schoss der drüber (44.).

„Hier ist noch nichts verloren!“, lautete das Fazit in der Halbzeitpause. Und genauso begannen die Arterner die zweite Hälfte. Nachdem ihn Tom Schlotthauer in Szene gesetzt hatte, scheiterte Niklas Pohl am Erfurter Keeper (47.), nach einer guten Ecke von Niklas Hennig taten es ihm David Krauspe mit dem Kopf und Jan Stöhr mit dem Fuß gleich (49.). Da es in der Landesklasse an der Hawk-Eye-Technik fehlt, wird sich nicht mehr klären lassen, ober der Ball dabei nicht mindestens einmal hinter der Linie war. Doch unmittelbar danach besorgte Norman Both nach Zuspiel von Niklas Pohl den Ausgleich (50.). Steffen Knabe hätte dann seine Mannschaft wieder in Führung bringen können, schoss aber im Strafraum (54.) und aus der Distanz (58.) vorbei. Doch er leitete dann die erneute Führung ein, indem er einem langen Pass nachlief. Lukas Hübner wollte ihm noch den Ball vom Fuß nehmen und musste dabei das Foul riskieren, welches der Erfurter gern annahm. Horst Bachmann aus Jena zeigte auf den Punkt und Stephan Wetzold erzielte die erneute Führung und letztlich auch den Endstand (64.). Doch die Arterner kämpften weiter und suchten wenigstens den einen Punkt, der hier noch drin war. Aber als Norman Both im Strafraum querlegte, schoss David Krauspe aus aussichtsreicher Position deutlich vorbei (69.), ebenso verfehlte Alexandro Franke das Ziel (86.) und auch ein Freistoß von Tom Schlotthauer ging drüber (87.). Unmittelbar vor dem Abpfiff dann noch einmal eine Möglichkeit, Niklas Hennig flankte in den Strafraum, Norman Both stand schon fast auf der Grundlinie, versuchte es aber dennoch selbst, anstatt die besser positionierten Mitspieler zu suchen.

So blieb es am Ende bei der knappen Niederlage, aber diesmal konnten die Arterner erhobenen Hauptes vom Platz gehen, denn sie hatten eine ordentliche Leistung abgeliefert. Eine solche wird nächste Woche auch nötig sein, wenn der Klassenprimus im Salinestadion gastiert.

Torsten Laube

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