Der letzte Wille fehlte

VfB Artern 1919 – LSG Blau-Weiß Großwechsungen 2:3 (1:0)

In der Spieltagsvorschau hatte Matthias Nelde gesagt, Großwechsungen war mal unser Lieblingsgegner. Tatsächlich gingen neun von zwölf Punkten in den Jahren 2012 bis 2014 an den VfB. Besonders in Erinnerung blieb dem heutigen Arterner Trainer das Spiel vom 02.12.2012 in Großwechsungen. Damals wurde er als Spieler von den Zuschauern als lahme Kuh tituliert, machte dann aber mit seinem 0:4 den Deckel auf einen völlig unerwarteten Sieg und die erste Heimniederlage der Saison für den damaligen Landesklasseabsteiger. Von den  Akteuren dieses Spiels standen diesmal nur David Krauspe für den VfB und Eric Benkenstein auf Seiten der LSG auf dem Platz. Zumindest letzterer hatte nach dem Spiel Grund zum Jubeln.

Dabei wollte der VfB den Schwung aus den beiden letzten Spielen mitnehmen, als man in Sömmerda und zuhause gegen Bielen sechs Punkte einfahren konnte. Die Vorzeichen standen gut, Matthias Nelde hatte bei der Aufstellung die Qual der Wahl.

Beide Mannschaften tasteten sich zunächst ab, die erste Möglichkeit des Spiels hatten dann die Gäste. Patrick Jödicke brachte den Ball nach vorn in den Strafraum zu Justin Helbing, der zog ab, aber Lukas Hübner klärte zur Ecke (8.). Kurz darauf brachte er einen Abschlag in die Spitze, Cornelius Brack legte den Ball genau vor die Füße von David Krauspe, der im Strafraum ablegte, aber keinen Abnehmer fand (12.). Als Niklas Pohl einen Seitenwechsel vollzog und Niklas Hennig abschloss, konnte Benjamin Maahs im Tor der Gäste gerade noch abwehren (14.), zwei Minuten später kam der Ball über Jan Stöhr und David Krauspe zu Alexandro Franke, dessen Schuss aber übers Tor ging (16.). danach folgte eine Viertelstunde Mittelfeldgeplänkel ohne Torchancen auf beiden Seiten, bevor der VfB vielleicht etwas überraschend in Führung ging. David Krauspe passte auf Tom Schlotthauer, der fummelte sich in den Strafraum, schoss, der Ball wurde wohl noch leicht abgefälscht und landete im Netz (30.). Die Gäste hätten noch vor dem Pausenpfiff ausgleichen können, zunächst verfehlte Eric Benkenstein nach einer Ecke von Justin Helbing per Kopf nur knapp (38.), dann ging Robin Teichmann allein auf Lukas Hübner zu, der aber zur Ecke klären konnte (40.). Weil auch Norman Both nach einer Ecke von Tom Schlotthauer das Tor verpasste, ging es mit der knappen Führung in die Kabinen.

Nach dem Seitenwechsel passierte dann das kaum Begreifliche. Der VfB stellte das Spielen fast komplett ein, während Großwechsungen die Chance witterte, das Spiel noch zu drehen. Und sie nutzten ihre Möglichkeiten eiskalt aus. Als der VfB nach bei einem Freistoß noch auf den Pfiff des Schiedsrichters wartete, führten die Gäste schnell aus, Robin Teichmann legte quer und Jerome Riedel markierte den Ausgleich (47.). Die Gäste drückten immer mehr, der VfB fand überhaupt nicht mehr ins Spiel zurück. Als der Ball lang nach vorn in den Strafraum kam, sprang Lukas Hübner vorbei und Jerome Riedel brachte die Gäste in Führung (55.). Alexandro Franke scheiterte auf der anderen Seite am Torwart (57.), als die Blau-Weißen nach einer Ecke konterten, schoss Justin Helbing vorbei (64.). Aber in der 76. Minute machte Robin Teichmann den Sack zu. Wieder kam der Ball lang nach vorn, Robin Teichmann ging Richtung Arterner Tor, wurde von der Abwehr mehr begleitet als gestört und ließ Lukas Hübner keine Chance. Mit dem einzigen richtigen Angriff in der zweiten Hälfte verkürzte der VfB noch einmal. Über Bastian Rüdiger und Jan-Niklas Beyer kam der Ball zu Tom Schlotthauer, der den Anschluss erzielte (88.). Das war es dann aber auch.

Gewonnen hat am Ende die Mannschaft, die den Sieg mehr wollte und mehr investierte. Den Arternern fehlten der letzte Biss und der Glaube an sich selbst. In diesem Spiel war eindeutig mehr drin, es wird Zeit, dass sich jeder Spieler hinterfragt, ob er tatsächlich immer 100 Prozent gibt.

Torsten Laube

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