Wahnsinn…

SG SC Leinefelde 1912 – VfB Artern 1919 0:6 (0:3)

…war wohl das meistgebrauchte Wort am Samstag im Stadion von Leinefelde. Auf der Arterner Trainerbank, auf der Zuschauertribüne, in der Gästekabine und in dem Kreis, den Spieler und Verantwortliche nach dem Spiel bildeten.

Dabei war die Stimmung vor dem Spiel noch verhalten, die unnötige Niederlage der Vorwoche steckte natürlich noch in den Köpfen. Leinefelde war als Landesligaabsteiger gut gestartet, hatte in acht Spielen nur zwei Tore kassiert, vorige Woche aber in Sömmerda überraschend verloren. Matthias Nelde, der auf Jan Stöhr und Sebastian Unkrodt verzichten musste, wollte trotzdem nicht mit leeren Händen nach Hause fahren und vielleicht doch einen Punkt entführen.

Und dann begann der Wahnsinn. Schon in der zweiten Minute konterte Artern die Leinefelder aus, Norman Both ging Richtung Strafraum, brachte den Ball nach vorn, David Krauspe setzte sich (mit schmerzhaften Folgen) gegen Torwart Florian Hildebrandt durch und netzte ein, aber Matthias Böttger an der Linie wollte eine Abseitsstellung erkannt haben. Danach folgte eine kurze Abtastphase, die Artern mit zwei Paukenschlägen beendete. Zunächst fing Hannes Wagner den Ball hinten ab, passte auf Tom Schlotthauer, der Alexandro Franke in Szene setzte und diesem das 0:1 ermöglichte (7.). Der Jubel auf Arterner Seite war noch nicht ganz verklungen, da zappelte der Ball schon wieder im Netz der Gastgeber. Diesmal erkämpfte Alexandro Franke das Spielgerät, spielte auf Tom Schlotthauer, der passte in die Spitze, Norman Both spielte den Keeper aus und erhöhte auf 0:2 (10.). Und der VfB blieb weiter dran und ließ den Leinefeldern keine Zeit zum Luftholen. Nur eine Minute nach dem Wiederanstoß scheiterte Alexandro Franke an Florian Hildebrandt (11.), ebenso erging es David Krauspe mit einem Distanzschuss (17.). Danach beruhigte sich das Spiel etwas, der VfB ruhte sich etwas aus, stand aber in der Abwehr sehr diszipliniert und ließ nichts zu. Dann folgte der beste Spielzug der Arterner in der ersten Hälfte. Der Ball kam über Norman Both, Niklas Hennig, David Krauspe und wieder Norman Both zu Alexandro Franke, der dann aber tatsächlich zentral etwa drei Meter vorm Tor stehend die Kugel in die Wolken jagte (27.). Nach einer Ecke von Niklas Hennig köpfte Niklas Pohl drüber (30.), bevor die Gäste scheinbar den Deckel drauf machten. Nach einem Zuspiel von Tom Schlotthauer setzte Eric Hildebrandt zu einem Solo über den halben Platz an und krönte das Ganze mit dem 0:3 (35.). Und plötzlich meldeten sich auch die Gastgeber. Als Jonas Burghardt den Ball von außen brachte, köpfte Michael Jahn auf das Tor (37.), kurz darauf bot sich ihnen die Chance des Spiels. Ein langer Freistoß nach vorn, den der ansonsten wenig geforderte Lukas Hübner verpasste, Marco Gebhardt wollte dies ausnutzen und schoss aufs leere Tor, aber Steven Bank hatte am schnellsten reagiert und rettete in letzter Sekunde (42.). Vor der Pause wollte Tom Schlotthauer seinen Vorlagenhattrick veredeln, scheiterte aber aus der Distanz (44.).

Nach der Pause erwarteten alle einen Sturmlauf der Gastgeber, doch diesmal zeigten die Arterner die mannschaftliche Geschlossenheit, die man zum Beispiel in der Vorwoche vermisste. Jeder kämpfte bis zum Umfallen und kein Ball wurde verloren gegeben. Nach einem langen Ball ging Norman Both allein Richtung Tor, sein Abschluss reichte dann aber nicht mehr (50.), auf der anderen Seite klärte Lukas Hübner einen Distanzschuss von Marco Gebhardt (52.). Ein Freistoß desselben Spielers von der Strafraumgrenze ging übers Tor (56.), besser machte es erneut der VfB. Tom Schlotthauer passte in den Strafraum, Norman Both umspielte erneut den Torwart, legte ab und Niklas Hennig erhöhte auf 0:4 (58.). Kurz darauf vereitelte Lukas Hübner sehr gut einen Freistoß von Marius Gerbig (61.), als Niklas Hennig im Strafraum querlegte, verhinderte Florian Hildebrandt den nächsten Treffer der Arterner durch Tom Schlotthauer (68.). Aber vier Minuten später holte Arterns Kapitän es nach. Alexandro Franke kämpfte sich in den Strafraum, spielte zu Norman Both, der legte ab und Tom Schlotthauer nagelte den Ball unter die Latte (72.). Den Schlusspunkt setzte dann erneut Niklas Hennig, der nach einer Vorlage von Norman Both den Endstand herstellte (74.). In der letzten Viertelstunde konzentrierte sich der VfB darauf, die Null zu halten und so die starke Leistung dieses Spiels zu krönen. Doch es bestand kaum Gefahr für das Arterner Tor, Lukas Hübner musste noch zweimal gegen Julius Braun klären (75./82.), der Arterner Keeper belohnte sich durch gute Paraden, dann brach sich der Jubel seine Bahn.

Ein starker Auftritt der Arterner, eine geschlossene Leistung, aus der man kaum einen Spieler herausheben kann, so soll es sein. Bleibt zu hoffen, dass dieses Potenzial öfter abgerufen werden kann.

Torsten Laube

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